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29.06.2012, erstellt am 03.07 2012 von Christian Müller

Management und Spiritualität

aloisiustreffen2012
P. Provinzial Gernot Wisser im Gespräch "über Gott und die Welt" (Foto: privat)

P. Provinzial DI Dr. Gernot Wisser SJ beim Aloisiustreffen 2012

„Von welchem Geist lasse ich mich leiten, wenn ich andere leite?“ Diese Frage von Ignatius von Loyola (1491-1556), Gründer des Jesuitenordens, hat heute nichts an Aktualität eingebüßt. Vielmehr ist sie die Kernfrage für wirtschaftliche und politische Entscheidungs- und Verantwortungsträger. Oder sollte sie sein.

Was also zeichnet einen Manager, eine Managerin aus? Oder sollte ihn/sie auszeichnen? P. Wisser SJ nimmt Anleihe an Jerónimo Nadal , Mitbruder von Ignatius von Loyola, verlässlichster Interpret von Ignatius und Vermittler der Konstitution des Ordens:

„All euer Tun muss geistlich, herzlich und praktisch sein“

 

  • Geistlich meint das Bewusstsein, dass der Geist Gottes mitwirkt. Der Mensch allein kann nicht alles bewirken. Gott wirkt mit in dem, was „glückt“ oder geschenkt wird.
  • Herzlich meint sich einlassen, entflammen, sich begeistern. Der Verstand allein reicht nicht aus. Es reicht nicht aus, einen Job nur zu machen, sondern es geht darum, auch gestalten und etwas verändern zu wollen.
  • Praktisch meint, das Tun auf ein Ziel hin auszurichten. Wofür tue ich etwas? Oft werden dabei Ziel und Mittel verwechselt (Sind Dividenden tatsächlich Ziel oder doch Mittel – wofür?).


Dieses geistliche, herzliche und praktische Tun wird begleitet durch beständige Reflexion. Den Hintergrund für die Reflexion bildet die Spiritualität, denn Ethik existiert nur von einer Perspektive her, von einer Weltanschauung her, von Spiritualität her. Die Spiritualität (woher komme ich?, wohin gehe ich?) ist dabei nicht nur ein individuelles Phänomen, sondern auch Unternehmen haben ihre Spiritualität, oft schlicht als „Stallgeruch“ bezeichnet.

So skizziert P. Wisser SJ Management als ein auf dem Hintergrund der Spiritualität beständig reflektiertes, geistliches, herzliches und praktisches Tun. Ein so verstandenes Management ist unabhängig von Organisationen, ob im Management von Wirtschaftsunternehmen, politischen Parteien, Vereinen oder im Management des Ordens mit seinen rund 18.000 Jesuiten weltweit.

Nicht nur Wirtschaftsethik und Wertewandel, auch der Jesuitenorden in Österreich und die Zukunft der Jesuitenschulen waren Thema in der anschließenden Diskussion und in den anregenden Gesprächen am reichhaltigen Büffet.

 

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