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19.06.2009, erstellt am 23.06 2009 von Christian Müller

Seinerzeit im Rampenlicht

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Dr. Jakob Ebner und Mag. Franz Fischer inszenierten einen bühnenreifen Rückblick auf die Tradition der Studentenbühne am Freinberg (Foto: privat)

Das Theaterspiel hat am Aloisianum eine lange Tradition. Unter dem Motto "Seinerzeit im Rampenlicht" verdanken die Altfreinbergerinnen und Altfreinberger am Aloisiustreffen 2009 ihren ehemaligen Deutschprofessoren und Theaterregisseuren Dr. Jakob Ebner und Mag. Franz Fischer einen amüsanten und kurzweiligen Streifzug durch die lange Tradition der Studentenbühne am Freinberg.


Manch Künstlerkarriere begann auf der Freinberger Bühne

Zwischen den Säulen der "Oase" am Aloisianum klang noch die Bedeutung der Kreativität für die Bildung nach, die der künstlerische Leiter der Darstellenden Kunst Airan Berg in der Präsentation des Linz09-Schulprojekts "I like to move it move it" eindrucksvoll veranschaulicht hatte, als Dr. Jakob Ebner mit vielen Anekdoten und Bühnenschnappschüssen manch jugendlicher Gesichter heute namhafter Künstler die lange jesuitische Tradition eben dieser Verknüpfung von Kreativität und Bildung, von Theaterspiel und Schule Revue passieren ließ. Von den knarrigen Brettern der kleinen Bühne im Festsaal lachte beispielsweise auch Dr. Uwe Lohr, nach Regieassistenzen u.a. am Theater in der Josefstadt und am Linzer Landestheater heute freier Regisseur und Autor, der nun im Rahmen des Linz09-Schulprojekts die Schüler des Aloisianums als Künstler betreute. Freilich geht es am Aloisianum nicht darum, Schauspieler heranzubilden, dennoch ist es bemerkenswert, dass doch einige Aloisianer ihre Berufung in der Kunst gefunden haben.

Die wahren Motive der Schauspieler

Während des Vortrags kam es schließlich auch zum Outing mancher Altfreinberger aus der Zeit des reinen Knabenkollegs: Theaterspielen war die einzig legitime Möglichkeit, mit Mädchen in Kontakt zu kommen!

Wurden zu noch früheren Zeiten, auch die Frauenrollen von Knaben gespielt, soll der legendäre Pater Rubatscher in den 60er Jahren schließlich ausgerufen haben: " Ich brauche ein Weib!" - natürlich nur auf das Theaterspielen bezogen. Die erste Kussszene auf der Freinberger Bühne ließ jedoch noch auf sich warten bis zum "Gesang im Feuerofen" 1984.

Ein breitgefächertes Repertoire

Ein breiter Bogen an Stücken spannte sich über die beengten Bretter der Freinberger Bühne, manchmal auch hinein in den Zuschauerraum:

I. Jesuitendrama und Barocktheater

  • Biedermann: Cosmarchia (1937)
  • Masenius: Rusticus imperans (1956, 1966)
  • Biedermann: Cenodoxus (1961)

 

(Fotos: privat)

II. Religiöse Themen und Jesuitica

  • Csokor: Gottes General (1956)
  • Waibel: Friedrich von Spee (1962)
  • Waibel: Friedrich von Spee (1962)
  • Hochwälder: Das heilige Experiment (1964, 1987)
  • Schwarz: Arbeiterpriester (1967)
  • Hochwälder: Die Herberge (1968)
  • Rupp: Ich schweige nicht (1988)
  • Rupp: Ignatius von Loyola - Gottes General (1991)

 

(Fotos: privat)

III. Wiener Volkstheater

  • Raimund: Der Alpenkönig und der Menschenfeind (1925, 1957)
  • Nestroy: Die schlimmen Buben in der Schule (1936, 1987)
  • Nestroy: Lumpazivagabundus (1957, 1990)
  • Hafner: Evakathel und Schnudi (1957, 1981)
  • Castelli: Roderich und Kunigunde (1981)
  • Hafner: Der Furchtsame (1992)

 

(Fotos: privat)

IV. Laienspiel

  • Andersen: Des Kaisers neue Kleider (1955)
  • Kabitz: Ali Baba und die 40 Räuber (1959)
  • Kästner: Pünktchen und Anton (1960)

 

(Fotos: privat)

V. Romantik und Vormärz

  • Tieck: Der gestiefelte Kater (1979)
  • Büchner: Leonce und Lena (1983)
  • Tieck: Die verkehrte Welt (1985)

 

(Fotos: privat)

VI. Klassisches

  • Grillparzer: König Ottokars Glück und Ende (1934)
  • Plautus: Miles gloriosus (1966)
  • Molière: Scapins Streiche (1974)
  • Goethe: Faust (2001)
  • Shakespeare: Viel Lärmen um nichts (2003) Shakespeare: Richard III. (2005)

 

(Fotos: privat)

VII. Besonderheiten

  • Tagore: Das Postamt (1965)
  • Grass: Noch zehn Minuten bis Buffalo (1978)
  • Pirandello: Der Krug (1978)
  • Weingarten: Der Sommer (1980)
  • Liebe und Tod der verfeindeten Brüder, dargestellt von der Theatergruppe des Kollegs am Freinberg, verfasst als Beispiele zur dramaturgischen Methode von der Differenzierungsgruppe Literatur 1975/76 (1977)

 

(Fotos: privat)

VIII. Klassische Stücke des 20. Jahrhunderts

  • Csokor: 3. November 1918 (1972)
  • Dürrenmatt: Die Physiker (1975)
  • Ionesco: Die Nashörner (1976)
  • Zuckmayer: Der Gesang im Feuerofen (1984)
  • Weiss: Der Prozess (1986)
  • Wilder: Unsere kleine Stadt (1993)
  • Kraus: Die letzten Tage der Menschheit (1994)
  • Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame (2002)
  • Soyfer: Astoria (2004)
  • Soyfer: Der Lechner Edi schaut ins Paradies (2006)
  • Soyfer: Der Weltuntergang (2009)

 

(Fotos: privat)

IX. Modernes politisches Theater

  • Mrozek: Die Polizei (1973>
  • Mrozek: Auf hoher See (1973)
  • Baum: Grenzpass (1998)
  • Kroetz: Maria Magdalena (1999)
  • Mitterer: In der Löwengrube (2000)

 

(Fotos: privat)

X. Komödie und Krimi

  • Laufs/Jacoby: Pension Schöller (1996)
  • Kishon: Es war die Lerche (1995)
  • Kishon: Der Trauschein (1997)
  • Lovisoni: Der schurkische Kuno von Drachenfels (1963)
  • Christie/Fischer: Die Mausefalle (1981)

 

(Fotos: privat)

XI. Collagen

  • Altwiener Parodien (1981)
  • Theatermenu (1995)
  • Menschliches – Allzu Menschliches (2007)
  • Lieb und Schatten (2008)

XII. Lehrertheater

  • Herzmanovsky-Orlando: Zerbinettas Befreiung (1982)
  • Herzmanovsky-Orlando: Baby Wallenstein oder Hamlet, der Osterhase (1984)
  • Kringsteiner: Othello, der Mohr von Wien (1987)
  • Nestroy: Die schlimmen Buben in der Schule (1987)
  • Herzmanovsky-Orlando: Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter (1992)
  • Dario Fo: Er hatte zwei Pistolen und seine Augen waren schwarz und weiß (2002)

 

(Fotos: privat)

 

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