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03.12.2013, erstellt am 03.12 2013 von Christian Müller, Quelle: Freinberger Stimmen, Mag. Wilhelm Remes

Entwicklungszusammenarbeit Staat und Kirche

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Entwicklungszusammenarbeit: Mag. Anton-Georg Mair und Hans Gattringer

Die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) Österreichs seitens Staat und Kirche – zwei Altfreinberger berichten darüber im Stile eines ermunternden Zwiegesprächs!

 

Die Teilnehmer des neunten Altfreinbergertreffens in den Clubräumlichkeiten der Altkalksburger merkten es sofort: Mag. Anton-Georg Mair (Mj.70) und Hans Gattringer (Mj. 65) sind absolut vom Fach in dieser Thematik; da sich zudem auf diesem Gebiet ihre Lebenswege immer wieder kreuzten und auch zahlreiche Parallelen aufweisen, waren sie in der Lage, in abwechslungsreicher bzw. wechselweiser Gesprächsfolge die Thematik verbunden mit all ihren Problemen in aufgelockerter Form den Teilnehmern der höchstinteressierten Runde näher zu bringen.

 

Beide Referenten begannen ihre Ausbildung im pädagogischen Bereich – Mag. Anton-Georg Mair an der Uni Salzburg, Hans Gattringer an der PÄDAK Linz; ersterer kam über eine Partnerschule in Tansania erstmals mit einem Entwicklungsland in Kontakt, es folgten viele Jahre Entwicklungsarbeit in Neuguinea, sodann fünf Jahre im Außenministerium, fünf Jahre Einsatz in Uganda (1994-1999) und schließlich die stellvertretende Leitung der Abteilung 7 (Entwicklungszusammenarbeit sowie Kooperation mit den Mittel- und Osteuropäischen Staaten; Koordination der internationalen Entwicklungspolitik) im Außenministerium. Hans Gattringer hatte die Entwicklungsarbeit im Geiste der 68-er Jahre schon von Beginn an im Auge; schließlich wurde er vom Österreichischen Entwicklungsdienst (ÖED) nach Papua-Neuguinea entsandt; in der Folge leistete er Koordinierungsaufgaben ebendort sowie in Mödling bei Wien; 1980 ging es in das ehemalige Rhodesien, das heutige Zimbabwe, hernach wurde er in der Projektabteilung der Päpstlichen Missionswerke aktiv, ergänzt um drei Jahre Leitung der entsprechenden Koordinationsstelle der österreichischen Bischofskonferenz.

 

Beide berichteten über die Finanzierungsgrundlagen ihrer Projekte in der Dritten Welt, wobei die staatlichen Beiträge insbesondere im frei planbaren Bereich – sprich Ermessensausgaben – regelmäßig gekürzt werden, sodass man sich von der eigentlichen internationalen Verpflichtung, 0.7 % vom Bruttonationalprodukt in diesen Bereich abzuführen, immer weiter entfernt. Ein großer Teil der derzeit rund 830 Mio. € sind allerdings in Form von verpflichtenden Beiträgen an die Weltbank, UNO und sonstige multilaterale Finanzinstitute fix verplant; im kirchlichen Bereich sind die Mittel bei den Päpstlichen Missionswerken gar leicht steigend; freilich wären in diesem Zusammenhang noch weit größere Summen im Bereich der Dreikönigsaktion bzw. der Caritas zu nennen.

 

Galt anfänglich in der österreichischen Entwicklungshilfe das Gießkannenprinzip, so konzentriert man sich heutzutage seitens der EZA (Österr. Entwicklungszusammenarbeit) auf derzeit 11 Gebiete; Schwerpunkte sind unter anderem Uganda, Palästina (mit eigenem Büro) sowie jüngst der Südkaukasus. Zudem gibt es sowohl von staatlicher als auch von kirchlicher Seite eine neue strategische Ausrichtung der Projekte, in dem man die individuelle Förderung einzelner Personen und Anliegen zugunsten der Förderung von institutionellen Einrichtungen (vor allem im Ausbildungssektor bzw. universitären Bereich) zurückfährt, umso eine größere Nachhaltigkeit zu erreichen. Eine generelle Problematik für beide Seiten stellt die Kleinheit so mancher Projekte dar; oft läuft man Gefahr, dass der logistische Aufwand in keinem vertretbaren Verhältnis zum Nutzen mehr steht; dieser Gefahr versucht man mittels kofinanzierten Projekten auf nationaler Ebene als auch auf der Ebene der EU zu entgegnen. Die beiden Referenten konnten viele weitere Themen nur streifen, sodass sich dann reichlich Gelegenheit bot, im gemütlichen bzw. geselligen Teil des Abends darüber weiter zu diskutieren.

 

Mag. Wilhelm Remes

 

 

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