Absolventenverein Kollegium Aloisianum
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01.09 1999, erstellt von Christian Müller, Quelle: kollegiumaloisianum.at

Geschichte des Kollegiums Aloisianum

vom Knabenseminar zur Tagesheimschule
(1827 - 1999)

1827 beginnt mit dem Bau des Wehrturmes die Geschichte von Kloster und Schule auf dem Freinberg. Dieses mächtige Bauwerk hat Mauern mit 3 ½ m Durchmesser. Im September 1829 fand eine Probebeschießung des Turmes statt, die er ohne Schaden überstand. Was der Turm aushält, zeigt auch der Umstand, daß eine im Jänner 1944 nur wenige Meter neben dem Turm niedergehende Fliegerbombe dem Mauerwerk keinen Schaden zufügen konnte.

Von Maximilian wurde 1833 der Turm den Jesuiten angeboten, da er den Orden wieder nach Linz holen wollte. Aus diesem Grund wurde der Turm um 2 Stockwerke erhöht und wohnlich eingerichtet. Der Stil des Turmes mit seinen Zinnen erinnert an die Este- Burg in Ferrara. 1836 begann man mit dem Bau der neugotischen Maximiliankirche, die ebenfalls Zinnenschmuck im Stil des Turms trägt.

Die Jesuiten nahmen den Turm erst 1837 nach weiteren Umbauten an. Bald darauf wurde dann das Studium der Ordensschreiber von Graz auf den Freinberg verlegt. So entstand auf dem Freinberg die erste Schule. 1848 mußten die Patres den Turm während der Revolution für kurze Zeit verlassen. 1851 wurde dann das Bischöfliche Knabenseminar auf dem Freinberg eingerichtet, wobei die Zahl der Schüler von anfangs 3 (!) auf über 100 anwuchs.

Da der Turm zu klein wurde, errichtete man 1851-53 daneben ein eigenes Seminargebäude, in dem sich heute der "Altbau" der Schule befindet. Bis zur Verleihung des Öffentlichkeitsrechts 1856 mussten die Schüler die Prüfungen und die Matura am Staatsgymnasium auf der Spittelwiese ablegen. Doch schon 1868 wurde der Schule dieses Privileg in einer Zeit entzogen, die von starken Spannungen zwischen Kirche und Staat gekennzeichnet war, was schwere Folgen für die Schülerzahl hatte, die von 157 auf 105 zurückging. Auch dieser Zustand besserte sich, und die Zahl der Schüler stieg wieder. Der Höchststand wurde dann 1885 mit 195 "Zöglingen" erreicht, doch blieb das Öffentlichkeitsrecht verloren.

1897 wurde dann das "Kollegium Petrinum" fertiggestellt und das Bischöfliche Gymnasium dorthin verlegt, weil jahrelange Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bischof und dem Provinzial des Jesuitenordens nicht beigelegt werden konnten. So schloss der Freinberg nach 47-jährigem Bestehen als Bischöfliches Gymnasium seine Pforten.

In den nächsten 2 Jahren beherbergte der Freinberg dann das Bischöfliche Priesterseminar, damit das Seminargebäude in der Stadt umgebaut werden konnte.

1912 wurde dann mit 33 "Zöglingen" auf dem Freinberg wieder ein Gymnasium eröffnet, dessen Absolventen Ordens- und Missionsberufe ergreifen sollten. Der Leiter der Anstalt war der weltbekannte Moraltheologe P. Hieronymus Noldin. Die neue Schule erhielt den Namen "Collegium Aloisianum". In den Jahren 1912-1914 wurde der Zwischentrakt gebaut, in dem heute der Festsaal, der Musiksaal, der Chemiesaal und die Speiseräume untergebracht sind.

Der Aufschwung des Freinbergs wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen. Ein großer Teil des Hauses wurde als Lazarett eingerichtet, die älteren Schüler mußten einrücken und der Schulbetrieb konnte nur sehr eingeschränkt fortgesetzt werden.

Nach Kriegsende wurden Turm und Schule geplündert. Bald begann ein neuerlicher Aufschwung.

Die Schule wurde als Privatschule an das Privatgymnasium in Wien/Kalksburg angeschlossen. Freilich war die Zwischenkriegszeit von wirtschaftlichen Schwierigkeiten und politischer Radikalität geprägt, was am Schulbetrieb nicht spurlos vorüberging.

1938 wurde die Schule von den Nationalsozialisten geschlossen, nachdem das Schuljahr 1937/38 nur mehr unter Aufsicht eines Kommissärs zu Ende geführt werden durfte. Später zogen dann die Flak und die Infanterie ein, zeitweise waren auf dem Freinberg 700 Mann stationiert. Bei Kriegsende sollte der Freinberg gesprengt werden, was der damalige Rektor Pater Loschek, der noch im Turm verblieben war, mit knapper Not verhindern konnte.

1946 wurde das Gebäude dann, nachdem es ein Jahr Flüchtlingslager war, den Jesuiten zurückgegeben. Mit dem Schuljahr 1950/51 wurde die Schule zum dritten Mal eröffnet.

Anfangs war sie wegen der schlechten Verbindung nach Ostösterreich an das Petrinum angeschlossen, doch schon bald gehörte sie wieder zu Kalksburg. Im Schuljahr 1958/59 wurde die Schule dann als Expositur des Linzer Akademischen Gymnasiums (Spittelwiese) geführt. 1959 schließlich wurde die Schule ein eigenständiges Privatgymnasium mit Öffentlichkeitsrecht, damals noch mit verpflichtendem Vollinternat.

Zur Jahresmitte 1972 wurde mit dem Bau des neuen Turnsaales begonnen. Damit begann die Epoche der Bauarbeiten und Erneuerungen. Die Arbeiten wurden nötig, da man in den 70er Jahren vom Internatsbetrieb zum Modus der Tagesheimschule überging. Diese Änderung führte zu einer so großen Nachfrage, dass man sich entschloss, alle Klassen doppelt zu führen. Der Turnsaal wurde bis 1975 fertig gestellt, im Haus aber hatte man mit Platzmangel zu kämpfen. Aus diesem Grund nahm die Schulleitung im Jahr 1978 ein weiteres ehrgeiziges Bauvorhaben in Angriff : den "Neubau".

In diesem zweistöckigen Anbau in achteckiger Form wurden die Klassenzimmer der Oberstufe untergebracht. Im Herbst 1984 wurde dann noch die Freizeithalle (Tischtennishalle) im ehemaligen alten Turnsaal eingerichtet.

Die neue Gymnastikhalle und ein Pub für die Oberstufe wurden im Schuljahr 1994/95 an den Turnsaal angebaut.

Seit Herbst 1992 wird das Gymnasium vom "Schulverein Kollegium Aloisianum" als Tagesheimschule (THS) geführt.


Bauetappen:

  • Turm (1827 - 1837)
  • Maximilianskirche (1836 - 1837)
  • Konviktstrakt (1851 - 1853)
  • Zwischentrakt (1912 - 1914)
  • Turnsaal (1972 - 1975)
  • Neubau (1978 - 1979)
  • Gymnastikhalle (1994-1995)
  • Generalsanierung des Personalhauses (1998-1999)
 

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