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22.09 2013, erstellt von Christian Müller, Quelle: Jesuiten.at

P. Johannes Schasching SJ verstorben

schasching
P. Johannes Schasching SJ (Foto: www.jesuiten.at)

P. Johannes Schasching SJ ist am 20.09.2013 im 97. Lebensjahr verstorben.

 

Pater Schasching wurde am 10. März 1917 als Sohn eines Maurers in St. Roman bei Simling in Oberösterreich geboren. Er besuchte das Jesuiten-Gymnasium Collegium Aloisianum am Freinberg in Linz und trat nach der Matura 1937 in die Gesellschaft Jesu ein. Anschließend studierte er kurz Philosophie an der ordenseigenen Hochschule in Pullach bei München. Zur Wehrmacht eingezogen, wurde er 1941 wie alle Jesuiten aus dem Wehrdienst entlassen. Dies ermöglichte ihm den Abschluss der Philosophie (1943) und das Studium der Theologie in Wien und Innsbruck (1943-47). 1946 wurde er zum Priester geweiht, 1948 promovierte er in Innsbruck zum Doktor der Staatswissenschaften. Nach Studien der Soziologie in Louvain begann er 1950 in Innsbruck Ethik und Sozialwissenschaften zu unterrichten.

 

In dieser Zeit wirkte er auch als Spiritual der anglo-amerikanischen Studenten am internationalen Priesterseminar Collegium Canisianum in Innsbruck. Von 1961-66 war er Provinzial der Österreichischen Ordensprovinz und unterrichtete als Professor Sozialwissenschaften an der Katholisch-Theologischen sowie an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck.

1966 berief ihn der Ordensobere P. Pedro Arrupe nach Rom, wo P. Schasching bis 1991 an der Päpstlichen Universität Gregoriana Sozialwissenschaften lehrte. Während dieser Jahre bekleidete er weitere Ämter: So war er unter anderem von 1966-69 Rektor des Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum, 1969-1979 Berater des Generaloberen und Assistent für die zentraleuropäischen Provinzen des Jesuitenordens, 1981-87 Dekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Gregoriana. Außerdem wurde er zum Konsultor des Päpstlichen Rates Iustitia et Pax und als Mitglied in die Päpstliche Akademie der Sozialwissenschaften berufen.

 

1991 als Professor emeritiert, kam P. Schasching nach Wien, wo er bis 2005 in der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) tätig war. In diesen Jahren wirkte er beratend mit am Sozialhirtenbrief der katholischen Bischöfe Österreichs (1990) und begleitete von Anfang an das 2003 erschienene Ökumenische Sozialwort der christlichen Kirchen Österreichs als Mitglied der Steuerungsgruppe.

 

Seit 1991 lebte P. Schasching in der Jesuitenkommunität in Wien I. und verfolgte mit Interesse die Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft. Ende 2009  übersiedelte er in das Pflegeheim der Schwestern des hl. Karl Borromäus in Wien XVIII., wo er seinen Ruhestand verbrachte und schließlich auch starb.

 

In zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen hat P. Johannes Schasching den Menschen die Inhalte der Katholischen Soziallehre nahe gebracht und sich für Solidarität eingesetzt. Seine Kommentare zu den päpstlichen Sozialenzykliken sind Standardwerke. Er hat immer die Wirklichkeit vor Ort, die Situation der Menschen in den Wirtschaftsbetrieben ebenso wie die soziale Situation in der österreichischen Gesellschaft, mit der Orientierung an der Soziallehre der Weltkirche verbunden. Für seine Verdienste um ein sach-, menschen- und gesellschaftsgerechtes Wirtschaften wurde er vielfach geehrt, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1973), dem Großen goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1987) sowie mehreren Ehrendoktoraten.

 

Quelle: www.jesuiten.at

 

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