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06.03 2014, erstellt von Christian Müller, Quelle: Freinberger Stimmen, Mag. Wilhelm Remes

Verkehrspsychologe Dr. Jonas zu steigenden Unfallzahlen im Autoverkehr

Autounfall
(Foto: Public Domain)

Peter Jonas (Mj. 79), Dr., Verkehrspsychologe, wurde angesichts der aktuell wieder steigenden Unfallzahlen im Autoverkehr von den OÖN am 6. März 2014 zu einem Interview gebeten, das von einem kurzen Lebenslauf begleitet wird: Peter Jonas wurde 1960 in Linz geboren. Nach der Matura am Aloisianum studierte er an der Universität Salzburg Psychologie, promovierte mit Auszeichnung. Nach einem Auslandsaufenthalt in Stanford (USA) unterrichtete er in Nagoya (Japan), wurde 1992 Assistent an der Universität Prag. 1993 bis 2004 wirkte er als Psychotherapeut in Linz. Seit sieben Jahren ist er auch Lehrbeauftragter der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien.

In Linz gründete Peter Jonas 2002 das Institut für Verkehrskultur „Gute Fahrt“. Hier werden Führerschein-Nachschulungen und verkehrspsychologische Untersuchungen durchgeführt.

Mit seiner Lebensgefährtin, einer Ärztin, lebt Peter Jonas in der Linzer Altstadt. Sport, Lesen, Kino, Reisen nennt er als seine Hobbys. Und das Fotografieren.

 

Der Verkehrspsychologe erkundet die Bewusstseinsmechanismen, die zu riskantem Fahrverhalten führen, er will aufklären und therapieren. Die amtliche Statistik hält der Experte für „geschönt“. Ihr zufolge sind 22 Prozent der tödlichen Unfälle auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen, 20 auf Vorrangverletzungen, 16 auf Unachtsamkeit, 4,2 Prozent auf Alkohol/Drogen (die Dunkelziffer dürfte hier aber bei 8 Prozent liegen). Besonders gefährdet im Straßenverkehr: Jugendliche, Senioren, Biker.

Als eine der Maßnahmen den steigenden Unfallzahlen zu begegnen, empfiehlt er unter anderem eine engmaschigere Überwachung. Die derzeitige Strategie folgt ja dem Motto: Wenig kontrollieren, dann aber hohe Strafen. Wer da erwischt wird, etwa wegen Alkohols am Steuer, hält sich nur für einen Pechvogel und wird sein Verhalten nicht ändern. Stattdessen müsste die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, steigen, bei moderaten Strafen. Nach dem Vorbild von Frankreich müsste es viel mehr Radarkontrollgeräte geben. Und die Strafbefehle müssten binnen einer Woche zugestellt werden. Zudem stellt er als authentischen Ansatz das „Close-to“ Projekt vor: Ein junger Fahrzeuglenker, der einen tödlichen Unfall verursacht hat, redet in den Fahrschulen seinen Altersgenossen ins Gewissen. Das Projekt wurde jahrelang vom Verkehrssicherheitsfonds gefördert und von der EU-Kommission ausgezeichnet. Nun müsste es in den Regeleinsatz übernommen werden. Doch man hat es auf Eis gelegt.

 

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